Der schweizer Klaus Davi geht auf eigene faust gegen die ndrangheta vor sein hobby: mafiajäger

Myrte Müller Blick.ch ER IST SCWEIZER. PR-Berater für renommierte Firmen wie Ferrero oder die Swatch Group. Ein eleganter Yuppie mit Wohnsitz in Mailand (I). Doch wenn Klaus Davi (52) in Kalabrien auftaucht, dann geraten die Paten der ndrangheta ins Schwitzen. Der gebürtige Bieler hat ein mutiges Hobby: Er jagt in seiner Freizeit die Mafia! Bewaffnet mit Mikro und Web-Kamera lauert er den mächtigsten Gangsterbossen Italiens vor ihrer Haustür auf, stellt unangenehme Fragen. Zur ndrangheta. Zum Drogenhandel. Zu ungeklärten Morden. Ihre Reaktionen hält er im Video fest, alles läuft dann ungeschnitten im Internet. «Mich interessiert die Kultur der Mafia, welcher Mensch hinter dem Paten steckt. Seine Geschichte. Ich will der ndrangheta ein Gesicht geben», sagt Klaus Davi.

Dafür zieht er durch die Reviere des Verbrechens. Ohne jede Vorankündigung. Er fängt die Mafiosi auf der Strasse ab, klingelt bei ihnen Sturm. Ein gefährliches Spiel. Denn die ndrangheta will im Geheimen wirken. Journalisten sind verhasst. In knapp drei Jahren hat der furchtlose Schweizer rund 50 Familien der ndrangheta bereits «besucht» – und kam buchstäblich mit einem blauen Auge davon. «Als ich im kalabrischen Ort Bovalino dem Drogenboss Giuseppe Calabro auf der Spur war, warf ein Nachbar einen Blumentopf nach mir. Im Juli 2016 prügelten zwei des Mantella-Clans auf uns ein. Im Mai davor ging die Mutter eines Mordverdächtigen in Vibo Valentia mit dem Besen auf uns los», berichtet Davi. Auf Facebook wird er mit dem Tod bedroht. «Dort schreibt schon mal jemand, er wolle mir das Gesicht mit Säure verätzen. Doch die Lautesten sind meist nur Mitläufer, die mit ihrem Gehabe der Mafia imponieren wollen.»

Mit einer Faust müsse man immer rechnen, so Davi. Meist seien die Paten aber auch freundlich. «Wir wurden durchaus schon zum Kaffee eingeladen», sagt Davi. «Aber man muss auf der Hut sein. Je netter ein Mafioso, desto gefährlicher ist er.» Auch in Mailand, Rom und selbst in seiner Heimat geht der Bieler Mafia-Jäger auf die Pirsch. Während heute in Reggio Calabria Mitglieder der Frauenfelder Zelle vor Gericht stehen, recherchiert Klaus Davi an seiner nächsten Mafiatour. Die soll auch durch die Schweiz führen. Der Bieler weiss: «Auch in der Schweiz gibt es eine grosse Mafia-Grauzone.» Die Schweizer Paten werden es nicht gerne lesen.

 

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